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Weltfrieden ohne Atomwaffen

Fahrraddemonstranten machten in der Hugenottenstadt Station

Artikel in der Frankfurter Neuen Presse vom 06. April 2010

Erster Stadtrat Herbert Hunkel (Mitte) begrüßte die Teilnehmer des Ostermarsches auf dem Platz vor der Hugenottenhalle. Foto: Postl

Neu-Isenburg. In Darmstadt startete die Fahrraddemonstration. Sie führte durch den Kreis Offenbach zur Kundgebung auf dem Römer in Frankfurt.

«Ich ganz persönlich und auch die Stadt Neu-Isenburg treten dafür ein, alle Bemühungen zu unterstützen, die zur Sicherung des Weltfriedens beitragen», betonte Erster Stadtrat Herbert Hunkel (parteilos). Der Interims-Bürgermeister der Hugenottenstadt hieß die Teilnehmer der Ostermontags-Fahrraddemonstration auf dem Rosenauplatz willkommen und überreichte Norbert Wendel, dem Leiter der Fahrraddemonstration, eine persönliche Spende. Wendel überreichte dem Ersten Stadtrat ein Plakat mit dem Namen der Stadt Neu-Isenburg und «next stop New York 2010». Hunkel will es im Rathaus aufhängen lassen.

Auch die Hugenottenstadt ist Mitglied von «Mayors for Peace», einem weltweiten Netzwerk von mehr als 3000 Städten – darunter 354 in Deutschland. Alle stehen zur Forderung einer weltweiten Nulllösung und Ächtung aller Nuklearwaffen. Dazu gibt es im Mai in New York die Überprüfungskonferenz des nuklearen Nichtverbreitungsvertrages.

Die Fahrraddemonstration am Ostermontag begann auf dem Luisenplatz in Darmstadt und führte auf der B 3 über Egelsbach, Langen, Dreieich und Neu-Isenburg zum Römer in Frankfurt. Dort stand die Abschlusskundgebung mit Andreas Buro vom Komitee für Grundrechte und Demokratie auf dem Programm.

"Wir wollen Abrüstung in allen Bereichen"

Ostermarsch: Rund 40 Darmstädter radeln zur zentralen Kundgebung zum Frankfurter Römer

Artikel im Darmstädter Echo vom 06. April 2010

Wenn die bunten Fahnen wehen... geht’s zur Friedensdemo nach Frankfurt. Mehr als 40 Teilnehmer folgten am Ostermontag auf dem Fahrrad dem Aufruf zum Ostermarsch. Foto: Claus Völker

"Früher sind wir nach Frankfurt marschiert", erinnerte sich Norbert Wendel von Darmstädter Friedensforum an frühere Ostermärsche, "aber nach den 35 Kilometern waren die Leute fertig, wenn sie dort ankamen." Also radelten die etwa 40 Teilnehmer unter regem Gebrauch ihrer Fahrradklingeln am Ostermontag nach Frankfurt.

Ziel der Demonstranten, die sich um 10.30 Uhr am Luisenplatz getroffen hatten, war die zentrale Kundgebung auf dem Frankfurter Römerberg, bei der der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und die Abschaffung von Atomwaffen gefordert wurde. Unterwegs stießen entlang der B 3 noch Gruppen aus Arheilgen, Wixhausen oder Egelsbach dazu.

Wendel erinnerte auch an die Initiative "Mayors for peace" (Bürgermeister für den Frieden), in deren Rahmen Bürgermeister Dirk-Oliver Quilling aus Neu-Isenburg mitfuhr. Bei dieser Nicht-Regierungsorganisation setzen sich mehr als tausend Bürgermeister weltweit für die Abschaffung aller Atomwaffen bis 2020 ein. Auch Darmstadt ist Mitglied. Allerdings sei Oberbürgermeister Walter Hoffmanns Vorgänger Peter Benz aktiver gewesen, sagte Wendel.

Seit Beginn der Ostermärsche vor genau 50 Jahren habe sich einiges getan, resümierte Friedensforums-Aktivist Wendel. "Wir sind in einer Situation, in der bei der Atomabrüstung einiges läuft." Atomwaffen lagerten in Deutschland nur noch an einem Ort. Friedensgruppen gehen davon aus, dass dies der Militärflughafen Büchel im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz ist.

Aber Atomwaffen seien nicht das einzige Anliegen des Friedensforums. "Wir wollen Abrüstung in allen Bereichen", sagte Wendel, "das auf Atomwaffen zu beschränken, wäre zu kurz gegriffen."